Tuff tuff tuff, die Eisenbahn … Ist der digitale Express für uns schon abgefahren?

Um es vorwegzunehmen: Ich weiß es nicht wirklich. Wer hundert Sachsen-Anhalter dazu befragt, wird am Ende mehr über den Gemütszustand der Befragten erfahren, als über die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft.

Von Klemens Gutmann, Unternehmer und Firmenchef sowie Präsident des Arbeitgeber-Verbandes Sachsen-Anhalt

Ich nehme mich da nicht aus. Unter den hundert würde ich in das Segment der Optimisten fallen, gewürzt mit einer gewissen skeptischen Note. Damit wir aber nicht beim Fühlen und Meinen bleiben, hilft es, dass wir uns einige unabänderliche Fakten vergegenwärtigen. Der erste Zug mit den Plattformökonomien ist definitiv erst einmal abgefahren. Ein bis zwei Dutzend Unternehmen, meist aus dem Silicon Valley, haben diese Form der Wertschöpfung an sich gezogen.

Aber: Aufgeben gilt nicht. Weitere Züge folgen. Es gibt viele Marktsegmente mit guter Eignung für Plattformen, mit einer komplexen Datenlogistik, mit eingefahrenen Marktregeln. Aber auch Märkte mit vielen mittelständischen (und damit kapitalseitig leicht angreifbaren) Akteuren. Plattformen sind nicht alles, sie sind aber vieles. Sie regeln in der Praxis oft den Marktzugang, sind die Türsteher. Daher müssen wir als europäische Wirtschaft und europäischer Gesetzgeber darauf bedacht sein, unsere Marktzugänge zu erhalten. Wie wir das bewerkstelligen, steht allerdings noch in den Sternen.

Auch hier hilft der Blick auf die Fakten. Unsere strukturellen Unterschiede zu den Ballungszentren sind bekannt: kleinteilige Firmenlandschaft, wenig große Unternehmen, weniger industrielle Forschung und Entwicklung, niedrigerer Durchschnittsgehälter, geringere Exportquote und relativ viele „verlängerte Werkbänke“.

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