Porträt-Aufnahme von Dr. Wolfgang Böhmer, ehemaliger Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt

Titelthema: Wir sind das Land

Wir haben in die Bundesrepublik mehr einzubringen als wir eingebracht haben! Ein Gespräch mit Ministerpräsident a.D. Wolfgang Böhmer.

Foto von Caroline Vongries
Von Caroline Vongries, Redaktionsleiterin von Zeit für Sachsen-Anhalt

Was hat Sachsen-Anhalt erreicht? Was hat das Land jungen Menschen zu bieten? Und was hat es in die Bundesrepublik einzubringen? Für Zeit für Sachsen-Anhalt hat Caroline Vongries Wolfgang Böhmer zuhause in Wittenberg besucht und mit ihm darüber gesprochen, was ihn als ehemaligen Landesvater heute bewegt, wenn er an Sachsen-Anhalt denkt, welche Verantwortung er weiterhin spürt, was er angesichts globaler Probleme für notwendig hält. Dazu berichten junge Menschen aus Sachsen-Anhalt, welche Perspektiven sie für sich sehen, warum sie hier sind, was ihnen wichtig ist. Der Fotograf Lukas Petereit ist für uns durchs Land gefahren und hat in allen Himmelsrichtungen Bilder von Landschaften und Menschen eingefangen.

Wolfgang Böhmer, 1936 in Dürrhennersdorf in der Oberlausitz als Sohn einer Bauernfamilie geboren, arbeitete nach dem Medizinstudium als Gynäkologe, zuletzt als Chefarzt im Paul-Gerhard-Stift in Wittenberg. 1990 ging er in die Politik, trat in die CDU ein, wurde 1991 Finanz-, 1993 Sozialminister. Von 2002 bis 2011 war er in wechselnden Koalitionen Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, bis dato der am längstes amtierende. Böhmer setzte stets auf die Stärkung der eigenen (Wirtschafts-)Kraft, Schuldenbremse und packte auch unbequeme Themen wie Strukturreformen an. Während seiner Regierungszeit halbierte sich die Arbeitslosigkeit.

Zeit für Sachsen-Anhalt: Herr Böhmer, was ist Heimat?
Wolfgang Böhmer: Die einfachste Erklärung ist: Das ist der Ort, wo man verstanden wird und die Leute versteht.

Die Menschen aus der DDR sind nicht ganz heimisch geworden in der Bundesrepublik.

Wer anders sozialisiert ist, kann nicht innerhalb von wenigen Jahren heimisch geworden sein. Es gab im Zusammenhang mit dem Wiedervereinigungsvorgang viele biografische Brüche. Es gibt viele Menschen, die die Wiedervereinigung unbedingt wollten, aber nicht damit rechnen mussten, dass sie selbst persönlich arbeitslos werden. Das war ein Vorgang, der ganz und gar nicht einfach war und den jeder dann aus seiner eigenen Perspektive betrachtet. Das Heimischwerden wird noch eine Generation dauern. ...

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Foto: © Staatskanzlei Sachsen-Anhalt/Ines Berger

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Luftaufnahme der Brockenbahn im Harz

Tuff tuff tuff, die Eisenbahn … Ist der digitale Express für uns schon abgefahren?

Um es vorwegzunehmen: Ich weiß es nicht wirklich. Wer hundert Sachsen-Anhalter dazu befragt, wird am Ende mehr über den Gemütszustand der Befragten erfahren, als über die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft.

Von Klemens Gutmann, Unternehmer und Firmenchef sowie Präsident des Arbeitgeber-Verbandes Sachsen-Anhalt

Ich nehme mich da nicht aus. Unter den hundert würde ich in das Segment der Optimisten fallen, gewürzt mit einer gewissen skeptischen Note. Damit wir aber nicht beim Fühlen und Meinen bleiben, hilft es, dass wir uns einige unabänderliche Fakten vergegenwärtigen. Der erste Zug mit den Plattformökonomien ist definitiv erst einmal abgefahren. Ein bis zwei Dutzend Unternehmen, meist aus dem Silicon Valley, haben diese Form der Wertschöpfung an sich gezogen.

Aber: Aufgeben gilt nicht. Weitere Züge folgen. Es gibt viele Marktsegmente mit guter Eignung für Plattformen, mit einer komplexen Datenlogistik, mit eingefahrenen Marktregeln. Aber auch Märkte mit vielen mittelständischen (und damit kapitalseitig leicht angreifbaren) Akteuren. Plattformen sind nicht alles, sie sind aber vieles. Sie regeln in der Praxis oft den Marktzugang, sind die Türsteher. Daher müssen wir als europäische Wirtschaft und europäischer Gesetzgeber darauf bedacht sein, unsere Marktzugänge zu erhalten. Wie wir das bewerkstelligen, steht allerdings noch in den Sternen.

Auch hier hilft der Blick auf die Fakten. Unsere strukturellen Unterschiede zu den Ballungszentren sind bekannt: kleinteilige Firmenlandschaft, wenig große Unternehmen, weniger industrielle Forschung und Entwicklung, niedrigerer Durchschnittsgehälter, geringere Exportquote und relativ viele „verlängerte Werkbänke“.

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Foto: © Janni – stock.adobe.com

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Luftaufnahme vom Schloss Jessen in Sachsen-Anhalt

Erste Station Jessen: Wir-Gefühl in Sachsen-Anhalts Osten

Auf unserer Grenzreise erkunden wir Sachsen-Anhalt von seinen Grenzen aus, lernen Land und Leute kennen, besuchen Regionen, die nicht im Mittelpunkt stehen, entdecken Verbindungen zu unseren Nachbarländern und sind unversehens mittendrin in der wechselvollen Geschichte.

Foto von Caroline Vongries
Von Caroline Vongries, Redaktionsleiterin von Zeit für Sachsen-Anhalt

Es geht dabei um das, was uns in diesem Land ausmacht, um Zusammenhalt und Vielfalt. Die erste Station ist Jessen. Caroline Vongries hat den östlichsten Landkreis mit Zug, Bus, Fahrrad und zu Fuß bereist.

Bisher war für mich Sachsen-Anhalt hinter Wittenberg zuende. Dahinter kam dann später Brandenburg. Schon um die eigene Wissenslücke zu schließen, muss ich jetzt nach Jessen. Meine Reise beginnt unverhofft im Ägyptischen Museum in Leipzig. Bei einer Buchpremiere entpuppt sich meine Sitznachbarin als Jessenerin und gibt mir erste Tipps. Mir fällt auf, wie engagiert und emotional sie von ihrer ursprünglichen Heimat spricht.

Jessen liegt 30 Kilometer östlich von Wittenberg im Dreibundesländereck. Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt. Eine Kulturlandschaft, verbunden durch ihre Geschichte und durch zwei Flüsse. Heute ist Elbe-Elsteraue ein länderübergreifender Bund von acht Städten. Die Region Jessen gehört freiwillig zu Sachsen-Anhalt. Die DDR-Administration hatte Jessen dem Bezirk Cottbus zugeschlagen. 1990 wurde abgestimmt, die Jessener entschieden sich (als einzige) für die Zugehörigkeit zu Sachsen-Anhalt. Wichtig zu wissen: Jessen ist nicht allein Jessen. 44 gut erhaltene, auf ihre Identität bedachte Ortsteile gehören zur Einheitsgemeinde, die mit 351,95 Quadratkilometern flächenmäßig eine der größten des Landes ist. Die Kernstadt zählt 6500 Einwohner. „Miteinander und füreinander etwas zu tun ist die Voraussetzung dafür, lebenswerte Ortsteile zu bewahren und weiter zu entwickeln.“ Bürgermeister Michael Jahn wünscht sich auch von der Landesregierung mehr Miteinander und, dass die Versprechen, den ländlichen Raum zu stärken, eingehalten werden.

Jessen liegt zwischen Magdeburg, Dresden, Berlin. Am 4. Juli 1875 fuhr die erste Bahn hier ein. Das hat die Wirtschaft angekurbelt und der Stadt einen mächtigen Schub gegeben. Eigentlich sollte die Bahnlinie ja durch das benachbarte, damals bedeutendere Schweinitz gehen, doch die Schweinitzer sagten nein und waren fortan abgehängt. Heute ist die ehemalige Kreisstadt ein Stadtteil von Jessen. Wie auch das ehemals bedeutende Amt Seyda. Wirtschaftlich geht es der Stadt nicht schlecht. „Wir sind zwar keine Premiumregion“, sagt Bürgermeister Michael Jahn, „aber wir können zufrieden sein.“ Schwerpunkte liegen neben dem Agrarbereich in der Nahrungsmittelindustrie, im Baugewerbe und in der Metallverarbeitung.

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Foto: © Bildarchiv der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz

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Weinberg im Süden Sachsen-Anhalts

Wer ist das Land?

Sachsen-Anhalt ist einerseits eine außergewöhnliche Kulturlandschaft, andererseits geprägt von unterschiedlichen Regionen, die dem Land ein vielgestaltiges Gesicht geben.

Für Zeit für Sachsen-Anhalt ist der Fotograf Lukas Petereit durchs Land gefahren und hat das Land und seine Menschen in allen vier Himmelsrichtungen fotografiert: Norden, Süden, Westen, Osten – und Mitte. Er hat immer auch Menschen in der jeweiligen Landschaft aufgenommen. Diese Bilder vermitteln Eindrücke von der Vielfalt des Landes Sachsen-Anhalt und seinen Möglichkeiten

Wir sind das Land - Norden

SACHSEN-ANHALT

Norden

In der Altmark findet man noch Höfe wie den von Erdmann Schulz aus Jeebel. Seine Kaltblutpferde erhalten regelmäßig höchste Auszeichnungen.

Fotos: Lukas Petereit

Wir sind das Land - Norden
Wir sind das Land - Norden

SACHSEN-ANHALT

Norden

In der Altmark findet man noch Höfe wie den von Erdmann Schulz aus Jeebel. Seine Kaltblutpferde erhalten regelmäßig höchste Auszeichnungen.

Fotos: Lukas Petereit

Wir sind das Land - Norden
Wir sind das Land - Norden

SACHSEN-ANHALT

Norden

In der Altmark findet man noch Höfe wie den von Erdmann Schulz aus Jeebel. Seine Kaltblutpferde erhalten regelmäßig höchste Auszeichnungen.

Fotos: Lukas Petereit

Wir sind das Land - Norden
Wir sind das Land - Norden

SACHSEN-ANHALT

Norden

In der Altmark findet man noch Höfe wie den von Erdmann Schulz aus Jeebel. Seine Kaltblutpferde erhalten regelmäßig höchste Auszeichnungen.

Fotos: Lukas Petereit

Wir sind das Land - Norden
Wir sind das Land - Norden

SACHSEN-ANHALT

oSten

Im Osten des Landes liegt hinter Wittenberg das Jessener Land, mit einem großen Waldbestand. Heike Hinz ist hier Revierförsterin.

Fotos: Lukas Petereit

Wir sind das Land - Osten
Wir sind das Land - Norden

SACHSEN-ANHALT

oSten

Im Osten des Landes liegt hinter Wittenberg das Jessener Land, mit einem großen Waldbestand. Heike Hinz ist hier Revierförsterin.

Fotos: Lukas Petereit

Wir sind das Land - Osten
Wir sind das Land - Norden

SACHSEN-ANHALT

oSten

Im Osten des Landes liegt hinter Wittenberg das Jessener Land, mit einem großen Waldbestand. Heike Hinz ist hier Revierförsterin.

Fotos: Lukas Petereit

Wir sind das Land - Osten
Wir sind das Land - Norden

SACHSEN-ANHALT

oSten

Im Osten des Landes liegt hinter Wittenberg das Jessener Land, mit einem großen Waldbestand. Heike Hinz ist hier Revierförsterin.

Fotos: Lukas Petereit

Wir sind das Land - Osten

SACHSEN-ANHALT

Mitte

In der Mitte ist der Boden hundertprozentig. Willy Jäger zeigt, wo 1934 Maß genommen wurde, um für ganz Deutschland die Richtwerte für Bodenqualität festzulegen.

Fotos: Lukas Petereit

Wir sind das Land - Mitte

SACHSEN-ANHALT

Mitte

In der Mitte ist der Boden hundertprozentig. Willy Jäger zeigt, wo 1934 Maß genommen wurde, um für ganz Deutschland die Richtwerte für Bodenqualität festzulegen.

Fotos: Lukas Petereit

Wir sind das Land - Mitte

SACHSEN-ANHALT

Mitte

In der Mitte ist der Boden hundertprozentig. Willy Jäger zeigt, wo 1934 Maß genommen wurde, um für ganz Deutschland die Richtwerte für Bodenqualität festzulegen.

Fotos: Lukas Petereit

Wir sind das Land - Mitte
Wir sind das Land - Norden

SACHSEN-ANHALT

Mitte

In der Mitte ist der Boden hundertprozentig. Willy Jäger zeigt, wo 1934 Maß genommen wurde, um für ganz Deutschland die Richtwerte für Bodenqualität festzulegen.

Fotos: Lukas Petereit

Wir sind das Land - Mitte

SACHSEN-ANHALT

Westen

Der Harz im Westen ist heute grenzübergreifend ein Nationalpark. Jens Kowalewski ist Bergretter in der dritten Generation.

Fotos: Lukas Petereit

Harzer Bergwacht im Einsatz

SACHSEN-ANHALT

Westen

Der Harz im Westen ist heute grenzübergreifend ein Nationalpark. Jens Kowalewski ist Bergretter in der dritten Generation.

Fotos: Lukas Petereit

Harzer Bergwacht im Einsatz

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Westen

Der Harz im Westen ist heute grenzübergreifend ein Nationalpark. Jens Kowalewski ist Bergretter in der dritten Generation.

Fotos: Lukas Petereit

Harzer Bergwacht im Einsatz

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Westen

Der Harz im Westen ist heute grenzübergreifend ein Nationalpark. Jens Kowalewski ist Bergretter in der dritten Generation.

Fotos: Lukas Petereit

Harzer Bergwacht im Einsatz

SACHSEN-ANHALT

Süden

Im Süden liegt das kleinste Weingut Deutschlands, das Raik Moh mit seiner Familie bewirtschaftet. „Wir machen Wein, der uns Spaß macht.“

Fotos: Lukas Petereit

Wir sind das Land - Süden

SACHSEN-ANHALT

Süden

Im Süden liegt das kleinste Weingut Deutschlands, das Raik Moh mit seiner Familie bewirtschaftet. „Wir machen Wein, der uns Spaß macht.“

Fotos: Lukas Petereit

Wir sind das Land - Süden

SACHSEN-ANHALT

Süden

Im Süden liegt das kleinste Weingut Deutschlands, das Raik Moh mit seiner Familie bewirtschaftet. „Wir machen Wein, der uns Spaß macht.“

Fotos: Lukas Petereit

Wir sind das Land - Süden

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Süden

Im Süden liegt das kleinste Weingut Deutschlands, das Raik Moh mit seiner Familie bewirtschaftet. „Wir machen Wein, der uns Spaß macht.“

Fotos: Lukas Petereit

Wir sind das Land - Süden
Blick auf die Rousseau-Insel im Gartenreich Dessau-Wörlitz

Dessau-Wörlitz: Sinneserweckungsland – Spazierwege, die zum inneren Menschen führen und in eine bessere, schönere Welt

Manchmal verändert ein Einzelner die Welt zum Guten. Fürst Franz von Anhalt-Dessau war so einer. Er gestaltete sein Land und hinterließ ein „Gartenreich“. Das ist so einmalig und besonders, dass es zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt wurde.

Porträtfoto von Uta Baier
Uta Baier, Autorin für "Zeit für Sachsen-Anhalt". Sie arbeitet als freie Journalistin mit Schwerpunkt Kultur und Kulturpolitik.

Doch wie baut man ein Land? Und wie baut man heute daran weiter? Eine Spurensuche zwischen Apfelbäumen, Schlössern, Gondel fahrenden Besuchern und bei der Hüterin von 142 Quadratkilometern Land, auf dem wohl auch „glänzende Rennbahnen der Jugend“ zu finden sind. [...]

Schloss Wörlitz ist nicht nur ein großartiges Schloss – es ist das erste klassizistische Bauwerk in Deutschland überhaupt. Fürst Franz verflocht die Schlossgärten mit der Landschaft und schuf so ein Gesamtkunstwerk, das seit dem Jahr 2000 den Titel Unesco-Weltkulturerbe Gartenreich Dessau-Wörlitz trägt. Damit stehen die Felder und Wälder, die Dämme, Alleen und Gärten, die Schlösser und ihre Kunstsammlungen, die Brücken, Kirchen, Gartenarchitekturen in einer Reihe mit den Pyramiden von Gizeh, der Chinesischen Mauer, der Freiheitsstatue vor New York, mit dem alten Rom und mit Venedig, um nur einige zu nennen.

Reisende rühmten einst nicht nur den guten Zustand der Straßen im ganzen Land, sie waren begeistert von Gärten und Apfelbaumalleen. Fachleute lobten die neuartige Stallfütterung, den Kleeanbau als Futtervorrat. Die Intellektuellen hinterließen Lobeshymnen. Das Klima der Toleranz und der Offenheit für Neues wirkte auf das ganze Land, dessen Zentrum Dessau war. Der Schriftsteller und Kulturhistoriker Norbert Eisold schreibt in seinem Buch „Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Der Traum von der Vernunft“ von 30 neuen Journalen, die in Dessau in den 1780er Jahren existierten, darunter „Sulamith“, die erste jüdische Zeitschrift in deutscher Sprache. Zwei neu gegründete Verlage existierten zwar nur je vier Jahre, doch in dieser Zeit publizierten dort 200 Autoren 800 Titel. Goethe, in Weimar selbst am Aufbau eines Landes beteiligt, lobte Anhalt-Dessau geradezu überschwänglich: „Hier ists jetzt unendlich schön. Mich hats gestern Abend wie wir durch die Seen, Kanäle und Wäldchen schlichen, sehr gerührt, wie die Götter dem Fürsten erlaubt haben, einen Traum um sich herum zu schaffen.“ Das kann der Reisende an der Wand der herrlich-rumpelnden Dessau-Wörlitzer-Eisenbahn auf dem Weg nach Wörlitz, ins Gartenreich lesen.

 

„Da Kriege im Geist der Menschen entstehen, muss auch der Frieden im Geist der Menschen verankert werden.“ - Präambel zur Verfassung der Unesco von 1945

 

Dessen aktuelle Herrin ist Brigitte Mang, Direktorin der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz. Die Wiener Landschaftsarchitektin ist schon von Berufs wegen fasziniert vom Gartenreich, zu dessen von der Unesco als schützenswert bezeichneten Kerngebiet heute 142 Quadratkilometer Sachsen-Anhalt gehören. Brigitte Mang formuliert ihr Lob auf das Bestehende als Aufgabe für die Zukunft: „Ich finde es faszinierend, dieses klassizistische Bauen der Moderne mit all seinen Modernisierungen, seinen technischen Details, mit Land-, und Forst- und Viehwirtschaft, mit dem Obstbau und mit dem Engagement Franz von Anhalts für Bildung und für ein neues Denken, in ein Europa des 21. Jahrhundert mitzunehmen.“ ...

 

Foto: Bildarchiv der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz

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